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Saubere Luft - Unser wichtigstes Lebensmittel.

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Was ist saubere Luft? Warum brauchen wir sie? Was macht diese ungesund? Und wie können wir unsere Luft die wir atmen verbessern? Diesen und andere Fragen gehen wir in SAUBERE LUFT nach!

14 SAUBERE LUFT Prof.

14 SAUBERE LUFT Prof. Dr. med. Thomas Kurscheid: „Schlechte Luft gefährdet Ihre Gesundheit!“ Welche Auswirkungen schlechte Raumluft auf unsere Gesundheit hat und was wir tun können, um unsere Atemluft sauber zu halten, weiß Prof. Dr. med. Thomas Kurscheid, Gesundheitswissenschaftler und Facharzt für Allgemeinmedizin, Präventivmediziner und Arzt für Naturheilverfahren sowie Sport- und Ernährungsmediziner. Infoboard: Herr Prof. Kurscheid, Ernährung, Bewegung und Entspannung nehmen in der Vorsorgemedizin großen Raum ein. Welche Rolle spielt denn das Thema „Saubere Luft“ in Ihrem Praxisalltag? Prof. Dr. Kurscheid: Das Thema ist vor allem präsent, wenn jemand schwer Luft bekommt. Dann dreht sich alles um die Lösung, wie diese Atemwegserkrankungen behandelt werden können. Generell gesehen ist schlechte Luft in Innenräumen tatsächlich die Ursache vieler Beschwerden und Befindlichkeitsstörungen. Sie kommt einem aber erst als letzte Ursache in den Sinn, weil sich diese Befindlichkeitsstörungen auch anderen Krankheitsbildern zuordnen lassen. Infoboard: Welche Befindlichkeitsstörungen können denn auf schlechte Raumluft zurückgeführt werden? Prof. Dr. Kurscheid: Zu nennen wären als erstes Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Dass auch Stimmungsschwankungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Verdauungsstörungen darauf zurückzuführen sein könnten, wissen die wenigsten. Sehr empfindliche Menschen können mit verringerter Leistungsfähigkeit, Schlafstörungen, besagten Störungen der Atemwegsfunktionen, Schleimhautreizungen, Bindehautentzündungen oder auch nicht differenzierbares Unbehagen reagieren. Infoboard: Der Grad der Befindlichkeitsstörung ist wohl relativ… da sind ja schon richtige Beschwerden dabei, die einem die Lebensfreude nehmen können! Prof. Dr. Kurscheid: Die Symptome werden durch Lärm und Stress noch verstärkt. Eine große Rolle spielt die Luftfeuchtigkeit: Je geringer sie ist, desto mehr Staub entsteht und desto massiver schweben Allergene wie Tierhaare, Milbenkot, Schimmelsporen. Auch die Gemütlichkeit, die ein offener Kamin im Wohnraum zweifellos bietet, wenn es draußen kalt ist und schneit, hat ihre Schattenseite im Staub und Rußpartikel, die sich überall im Zimmer schwebend verbreiten. Prof. Dr. med. Thomas Kurscheid, Gesundheitswissenschaftler und Facharzt für Allgemeinmedizin, Präventivmediziner und Arzt für Naturheilverfahren sowie Sport- und Ernährungsmediziner

SAUBERE LUFT 15 Infoboard: Also Putzen und Lüften - und die Probleme sind gelöst? Prof. Dr. Kurscheid: Ja - und Nein! Ja, weil regelmäßiges Staubsaugen mit Hepa-Filter und nasses Wischen Staub und Allergene bindet. Nasses Wischen am besten ohne scharfe Duftstoffe im Reinigungsmittel, da auch hier wieder allergieauslösende Moleküle in die Luft abgegeben werden. Ja auch, weil regelmäßiges Stoßlüften frischen Sauerstoff in den Raum bringt und Kohlendioxid abziehen kann. Aber wenn die Luft draußen kalt ist, kann sie keine Feuchtigkeit binden. Wir haben also trockene Luft drinnen, die ausgetauscht wird gegen trockene Luft, die von draußen reinkommt. Bei geringer Luftfeuchtigkeit – und im Winter rutschen wir schnell unter 20 Prozent Luftfeuchtigkeit im Raum – trocknen die Schleimhäute aus und trockene Schleimhäute sind der ideale Nährboden für Erkältungsviren und Allergene. Infoboard: Dazu kommt ja auch, dass wir eine ganzjährige Feinstaubbelastung haben, die durch Dieselfahrzeuge auf der Straße entsteht – bzw. durch die Verwirbelung der Autoabgase. Die Luft draußen ist also nicht nur trocken, sondern auch verschmutzt. Prof. Dr. Kurscheid: Das stimmt wohl, wenn man nicht gerade in den Bergen oder an der Küste lebt, ist die Luft zu den wechselnden Tageszeiten sauberer oder schmutziger, aber nie rein. Die winzigen Feinstaubpartikel, die durch Dieselfahrzeuge verursacht werden, sind viel kleiner als normale Hausstaubpartikel, sie sind überall und setzen sich in den feinen Bronchiolen ab – Bronchiolen sind haarähnliche Verästelungen, die Sauerstoff zu den Aveolen, also den Lungenbläschen führen. Werden sie ständig gereizt, kann es ähnlich wie beim Rauchen zu chronischen Entzündungen in den Bronchiolen kommen, blockierender Schleim entsteht, die Lunge verkrampft. Im Endstadium der Krankheit, die COPD genannt wird, wird die Lunge zudem starr. Der Betroffene bekommt kaum noch Luft. Infoboard: Lässt sich das Starrwerden rückgängig machen? Prof. Dr. Kurscheid: Nein! Infoboard: Also keine Dieselfahrzeuge mehr kaufen… Prof. Dr. Kurscheid: Das könnte eine Lösung sein, doch PKW-Feinstaub in den Ballungszentren ist nicht der einzige Feind der Lunge. Ich habe in meiner Praxis auch etliche Raucher, die sich über die zunehmende Luftverschmutzung beschweren. Denen rate ich dazu, statt auf die Politik zu warten, mit dem Rauchen aufzuhören. Denn jeder Raucher erkrankt in seinem Leben an COPD, auch Nichtraucher kann das treffen, wenn in den Innenräumen der Privatwohnung geraucht wird. Nikotin belastet die Bronchiolen mehr als Feinstaub, und diese Belastung kann jeder selbst steuern. Infoboard: Also, regelmäßig stoßlüften, regelmäßig feucht wischen, mit dem Rauchen aufhören… Was empfehlen Sie noch, um die Luft sauber zu halten? Prof. Dr. Kurscheid: Wenn es natürlich zugehen soll, sind Pflanzen eine gute Wahl – Bogenhanf, Efeu, Schwertfarn, Grünlilien. Wer Haustiere oder keinen grünen Daumen hat, ist mit Pflanzen allerdings weniger gut beraten, und Sie müssen auch eine Menge Pflanzen aufstellen, um einen Effekt zu spüren. Besser sind handelsübliche Geräte: Bei Patienten mit Atemwegserkrankungen haben sich z. B. Luftbefeuchter sehr bewährt. Doch man sollte nicht warten, bis man krank ist. Gute Atemluft ist ein Menschenrecht. Sich einen guten Luftreiniger, Luftwäscher, einen Luftbefeuchter oder auch -entfeuchter zuzulegen ist eine gute Investition in die eigene Gesundheit. Deswegen beim Kauf z.B. eines Luftreinigers drauf achten, dass Gase und Partikel bis zu 0,1 Mikrometer auch rausgefiltert werden. Wenn er dann noch gut aussieht, stellt man sich den Luftreiniger auch gerne in die Wohnung, Ein wichtiger Schritt Richtung gesundes Raumklima.

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